Das Passiv drückt aus, dass das Subjekt eines Satzes von einer Handlung betroffen ist, statt sie selbst auszuführen. In der deutschen Grammatik wird das Passiv mithilfe des Hilfsverbs "werden" und des Partizips II des Hauptverbs gebildet. Je nachdem, in welcher Zeit das Passiv steht, ändert sich die Form des Hilfsverbs "werden".
Schauen wir uns das Passiv in den Zeiten Präsens, Perfekt und Präteritum an:
1. Passiv im Präsens:
Formel: [Subjekt] + konjugiertes "werden" im Präsens + Partizip II des Hauptverbs
Beispiel mit dem Verb "bauen":
2. Passiv im Perfekt:
Formel: [Subjekt] + konjugiertes "sein" im Präsens + Partizip II des Hauptverbs + "worden"
Beispiel:
- Das Haus ist gebaut worden.
3. Passiv im Präteritum:
Formel: [Subjekt] + konjugiertes "werden" im Präteritum + Partizip II des Hauptverbs
Beispiel:
Nun einige weitere Beispiele in allen drei Zeiten:
Verb "lesen" (to read):
- Präsens: Das Buch wird gelesen.
- Perfekt: Das Buch ist gelesen worden.
- Präteritum: Das Buch wurde gelesen.
Verb "schreiben" (to write):
- Präsens: Der Brief wird geschrieben.
- Perfekt: Der Brief ist geschrieben worden.
- Präteritum: Der Brief wurde geschrieben.
Es ist wichtig zu bemerken, dass das Passiv im Alltagsdeutsch nicht so häufig verwendet wird wie das Aktiv, insbesondere im gesprochenen Deutsch. Oft wird statt des Passivs eine aktive Konstruktion mit "man" (z.B. "Man baut das Haus.") oder andere Umschreibungen bevorzugt. Das Passiv wird jedoch in formellen Kontexten, Nachrichten oder wissenschaftlichen Texten häufiger verwendet. Es ist also sinnvoll, die Passivkonstruktionen in den verschiedenen Zeiten zu kennen und zu üben.